Augenoptikmeisterin Alexandra Bothmann bei der Arbeit. pr

Sind Handwerksberufe vom Aussterben bedroht? So scheint es zumindest, denn nicht nur die ortsansässigen Handwerksmeister haben Mühe Auszubildende zu finden. Auch wenn die Schüler der Oberschule Hessisch Oldendorf während der Schulpraktika schon mal Betriebsluft schnuppern und Erfahrung sammeln können: Die meisten jungen Menschen möchten in eine größere Stadt und ziehen ein Studium einer Ausbildung im Handwerksunternehmen vor.

Handwerksmeister aus dem Stadtgebiet stellen im Schaufenster die vielfältigen Aufgaben in ihrem Beruf vor, um das Interesse des Nachwuchses zu wecken. In dieser Ausgabe berichtet Augenoptik- und Hörakustikmeisterin Alexandra Bothmann.

„Ich habe meinem Vater, der ebenfalls diese beiden Handwerksberufe im medizinischen Bereich erlernt hatte, beim Arbeiten über die Schulter geschaut und dabei die Möglichkeiten entdeckt, die sie bieten“, sagt sie und erzählt: „Augenoptiker führen im Wechsel mit aktiver Kundenbetreuung sehr filigrane, feinmechanische Arbeiten aus. Wenn wir etwa eine Brille anpassen, setzen wir unser Wissen und handwerkliches Können ein und stehen zugleich direkt mit den Menschen in Kontakt.“

Die Ausbildung zum Augenoptiker wird im dualen System gelehrt (vier Tage im Betrieb, einmal wöchentlich in der Berufsschule in Hannover) und dauert drei Jahre. „Auf diese Weise kann man Gelerntes gleich anwenden“, erklärt Alexandra Bothmann und ergänzt: „Anfangs üben Auszubildende Gläser einzufassen und mit digital gesteuerten Schleif- oder Fräsmaschinen Kunststoffe zu bearbeiten. Mit fortschreitender Ausbildung kommt der Kontakt zu Kunden hinzu. Dabei geht es darum die Kenndaten des Auges zu erfassen und die richtige Brille anzupassen. Dafür ist die Kenntnis über Aufbau und Funktion des Auges und über Korrektionsmöglichkeiten Voraussetzung.“

Die beruflichen Perspektiven in der Augenoptik sind sehr gut. „Durch die sich verändernde Struktur von Gesellschaft und Umwelt wird es immer mehr Menschen geben, die im Bereich Sehen auf Hilfsmittel angewiesen sind. Wir sind dann die Fachkräfte vor Ort, die für sie da sind“, sagt sie.

Da es viele junge Brillenträger gibt, geht Alexandra Bothmann davon aus, dass der Beruf des Augenoptikers für sie ein Thema ist. „Wir als Betrieb nutzen viele Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit wie verkaufsoffene Sonntage, Praktika oder Infoveranstaltungen in Schulen vor Ort, um junge Menschen für den Beruf zu begeistern. Ein ausgebildeter Augenoptiker braucht sich keine Gedanken zu machen eine Stelle zu finden. Die Branche wächst, es gibt immer Bedarf an jungen Menschen, die einen Beruf suchen, der nicht nur ein gutes Einkommen sicherstellt, sondern auch Spaß macht und bei dem man mit Begeisterung dabei sein kann. Ich persönlich würde mich immer wieder für diese Laufbahn entscheiden“, so Alexandra Bothmann, die gerne noch Bewerbungen für 2018/2019 entgegennimmt, wenn nach Schulabschluss der Wunsch besteht, eine Ausbildung zum/r Augenoptiker/in oder Hörakustiker/in zu machen. ah