Radio- und Fernsehtechnikermeister Uwe Schulz. ah

Sind Handwerksberufe vom Aussterben bedroht? So scheint es, denn nicht nur ortsansässige Handwerksmeister haben Mühe Auszubildende zu finden. Auch wenn Schüler während der Schulpraktika schon mal Betriebsluft schnuppern und Erfahrung sammeln können: Die meisten jungen Menschen möchten in eine größere Stadt und ziehen ein Studium einer Ausbildung im Handwerksunternehmen vor.

Handwerksmeister aus dem Stadtgebiet stellen im Schaufenster die vielfältigen Aufgaben in ihrem Beruf vor, um das Interesse des Nachwuchses zu wecken - in dieser Ausgabe: Radio- und Fernsehtechnikermeister Uwe Schulz.

Schon in jungen Jahren verdiente er sich durch Mitarbeit im Fernsehgeschäft seiner Eltern sein Taschengeld. „Ich war bei der Berufswahl also vorbelastet und habe im elterlichen Betrieb eine Lehre zum Radio- und Fernsehtechniker gemacht. Heute nennt sich die Ausbildung Informationselektronik und dauert dreieinhalb Jahre – mit Blockunterricht in Hameln oder Hannover“, so Schulz und erinnert sich: „Damals war es wichtig, dass Fernseh- und Radiogeräte funktionierten, denn die Kunden Kunden hatten kein Ausweichgerät. Also waren wir auch abends und am Wochenende im Einsatz - meist um defekte Einzelteile auszuwechseln.

Uwe Schulz ist ein Fan logischen Denkens: „Das braucht man, um etwas zu reparieren – und das hat mich fasziniert. Die Kundenzufriedenheit beschert uns Handwerkern dann schnell ein Erfolgserlebnis.“ Die Auftragslage sei gut, Elektronik gefragt, da viele Kunden darauf angewiesen sind. „In einem Neubau bringen wir nicht mehr wie früher 30, sondern 80 Steckdosen an, hinzukommen die Netzwerk- und Telefonanschlüsse“, sagt er.

Schulz, der nach der Lehre noch zwei Jahre im elterlichen Betrieb in Afferde blieb, besuchte danach in Vollzeit die Meisterschule in Hildesheim und erwarb mit 23 Jahren den Meisterbrief.

1993 kam er nach Hessisch Oldendorf zur Firma Elektro Siegmann, 1999 eröffnete er im Bahnhofsgebäude mit zehn Mitarbeitern sein eigenes Geschäft: Elektro Schulz. „Mit einer 40-Stunden-Woche kann man in der Selbstständigkeit nicht viel erreichen“, so der Meister.

Im Handwerk werden Auszubildende gesucht – so auch Informationselektroniker. „Das bedeutet aber nicht nur am Computer zu arbeiten“, betont Schulz und fährt fort: „Man lernt den Umgang mit technischen Geräten und muss in der Lage sein diese beim Kunden zu installieren – und das ist heute mit Internet, Programmierung und Einstellung viel aufwändiger als früher.“ Statt wie einst nur mit Schraubenzieher, Lötkolben und Messgerät sind die Monteure heute bei der Arbeit auch immer mit Laptop und Handy für die Fotodokumentation ausgestattet.

Interessenten müssen handwerklich geschickt und schwindelfrei sein, körperlich belastbar, pünktlich und zuverlässig. „Der Beruf ist vielseitig, jeden Tag warten neue Herausforderungen“, so Schulz, der heute 24 Mitarbeiter, darunter sechs Lehrlinge hat und findet: „Ich habe mit meiner Berufswahl alles richtig gemacht.“ ah